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QSLD for everyone.

Heart vs. Head: Let’s get ready to rumble!

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Ich erzähle bestimmt nichts Neues, wenn ich behaupte, dass das Leben so schön sein könnte – und so einfach. Dass nahezu jedes Thema mit ein bisschen Nachdenken, gefolgt von bedachtem Handeln, relativ einfach zu lösen ist.
Ich habe neulich eine Doku gesehen. Nein, nicht schon wieder die mit den toten Tieren. In der Doku, von der ich jetzt rede, kam aber auch ein totes Schwein vor, dass seineszeichen zu Soße verarbeitet wurde. Hauptsächlich ging es um Lebewesen mit hochentwickelten Telegehirnen und Greifdaumen. Und für eben diese Spezies mit hochentwickelten Telegehirnen und Greifdaumen sollte es doch weiß Gott kein Problem darstellen, ihre Gefühlswelt auf die Reihe zu kriegen, oder?

Um etwas konkreter zu werden; vielleicht kennen Sie das: Sie lernen Jemanden kennen, von mir aus übers Internet. Sie haben diesen Menschen noch nie gesehen – außer auf einem Foto vielleicht. Jedenfalls verstehen Sie sich exorbitant gut und Sie genießen diese Unterhaltungen sehr. Sie steigen also auf einem ganz normalen “Hallo, wie geht’s?”-Level ein und wenige Stunden später sind Sie der festen Überzeugung, dass Sie den wohl sympathischsten Menschen, den der Planet Erde zu bieten hat, kennengelernt haben. “Kennengelernt” natürlich in “”; Sie haben sich ja gerade mal bisschen unterhalten. Demnach haben Sie möglicherweise den Wunsch, öfters mit dieser Person zu kommunizieren.

Konstruieren wir unser Beispielszenario noch etwas weiter. Sie haben also – von mir aus – zwei Mal stundenlang mit dieser Person geschrieben; und wenn Sie gerade nicht mit dieser Person kommunizieren, wünschen Sie sich, Sie würden oder könnten das gerade tun. Vielleicht erwischen Sie sich auch dabei, wie Sie manchmal, wenn Sie in diesem Wunsch schwelgen, jetzt mit dieser Person Kontakt zu haben, aufhören, normal zu funktionieren.
Um das etwas zu versinnbildlichen: nehmen wir mal an, Sie arbeiten an der Kasse. Von mir aus in einem Supermarkt. Sie sehen tausende Leute jeden Tag, sagen “Hallo!”, erfassen die Waren, nennen den zu zahlenden Betrag, nehmen das Geld entgegen, sagen “Danke!”, legen den Betrag in die Kassenlade, lesen das Wechselgeld vom LCD-Display ab und geben es raus (vermutlich haben Sie ab und zu schonmal das Wechselgeld im Kopf ausgerechnet und rausgegeben, ohne auf das Display zu sehen), nennen den Betrag “und 13 Cent zurück!”, schließen die Kassenlade und sagen “Schönen Tag noch, Tschüss!”.

So. Ja, genau so müsste das eigentlich ablaufen – ist ja auch nicht schwer. Sie haben ein hochentwickeltes Telegehirn und einen Greifdaumen. Aber nach den Vorkommnissen mit “der Person”, begrüßen Sie Ihre Kunden mit “Schönen Tag noch!”, erfassen die Milch doppelt und ziehen das Geschirrspülmittel ohne “Beep!” über den Scanner, nennen der Großfamilie beim Wocheneinkauf den Gesamtbetrag von “das macht dann einen Euro und neunundvierzig Cent bitte!”, weil Sie vergessen haben, die “TOTAL”-Taste zu drücken, geben das Wechselgeld sicherheitshalber nicht zurück und begrüßen den nächsten Kunden, von dem Sie eigentlich gar nicht wissen, wo er auf einmal herkommt mit “schönen Tag noch”.

Telehirn heute out of order, hm? Aber macht garnichts, dafür haben Sie ein abgefahrenes Kribbeln im Bauch. Fühlt sich anfangs merkwürdig, aber im Laufe der Stunden immer fantastischer an. Kleine Gemeinheit am Rande: stellen Sie sich doch bitte einmal vor, die Person, mit der Sie so gerne Kontakt haben, steht auf einmal bei Ihnen an der Kasse. Dann geht’s richtig rund. Dann funktioniert nämlich weder Telehirn noch Greifdaumen noch hochpräzises Sprachwerkzeug. Achja – und das Gefühl, dass Ihr Oberbauch gleich explodiert, weil das nette Bauchgefühl sein Volumen spontan vertausendfacht hat und Sie total rot werden, weil das kaputte Telehirn Ihrer Pumpe meldet, dass Sie gerade ganz viel Stress haben, kommt extra noch dazu.
Okay. Bevor wir den thematischen Bezug gar ganz verlieren, kommen wir zurück von der kleinen Randgemeinheit zum eigentlichen Thema. Sie sind offenbar nicht mehr im Stande zu arbeiten. Zumindest nicht mehr gewissenhaft. Kann eine Phase sein, jeder hat mal ‘nen schlechten Tag – nehmen wir das nicht so tragisch; vernachlässigen wir es doch einfach mal. Sie haben zudem ein Kribbeln im Bauch und die Liste der positiven Einflüsse, welche die Person auf Sie hat, ist noch lange nicht zu Ende. Sie brauchen sich nämlich neuerdings auch keine Gedanken mehr um Ihre Diät zu machen – Sie haben nämlich keinen Hunger mehr. Durst eigentlich auch nicht, aber Wasser kann man ruhigen Gewissens trinken. Wenn sich Ihre Familie, Ihre Freunde oder Ihre Bekannten nicht allmählich Sorgen um Sie machen würden, würden Sie vielleicht garnichts mehr essen. Wozu auch – Sie fühlen sich klasse! Total verpeilt, aber sauwohl. Nächster Punkt auf der Liste: bei Ihnen zuhause sieht’s aus wie geleckt. Denn Sie haben ja die ganze Nacht Zeit, zu putzen – schlafen brauchen Sie nämlich auch nicht mehr. Zumindest nicht viel. Ihr Tag ist viel länger und viel nutzbarer geworden. Wenn Sie sich dann doch dazu entschließen, mal 3, 4 Stunden zu schlafen, haben Sie die süßesten Träume vom tollsten Menschen überhaupt.

Wenn Sie das jetzt als stiller Beobachter lesen oder sich das vorstellen, schlagen Sie wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammen. Das kann ja nicht gesund sein – und kein Mensch macht das ewig mit. Sie haben recht; natürlich. Ihr Kopf, Ihr Telegehirn hat das ganz prima, sehr logisch erfasst. Nachdem eingangs erwähnten bisschen Nachdenken und darauffolgenden bedachten Handeln würden Sie sich auch sagen “Hey, ein netter Mensch — kein Grund völlig durchzudrehen!” – und Sie haben schon wieder recht. Aber schonmal drangedacht, dass Ihr Telehirn auch voll den Abgang macht, wenn Ihnen sowas passieren würde? Denken Sie mal drüber nach und lesen Sie währenddessen einfach weiter.

Sie legen also wochen-, vielleicht ogar monatelang diese verpeilte Art an den Tag, Essen fast nichts und schlafen zu wenig. Sie können sich freuen, weil Sie die 5 Kilo, die Sie letztes Weihnachten zugelegt; ratz-fatz wieder abgenommen haben. Vielleicht sitzen Sie ja eines Abends mal wieder an Ihrem PC und tun irgendwas x-Beliebiges, und Ihre Chatplattform läuft nur im Hintergrund. Das Nudelwasser bringen Sie nebenbei zum kochen und der Gemüseauflauf backt derweil fröhlich, lustig goldgelb im Ofen vor sich hin. Plötzlich hören Sie dieses “DingDong — Sie haben Post!” und schauen auch gleich nach. Und – welche Überraschung – es ist eine Nachricht von der Person. Sie kommen vom Hundertsten ins Tausendste, Sie haben das Gefühl nur Blödsinn zu schreiben – können es aber nicht lassen, das Bauchgefühl wird immer drolliger und: es ist nachts halb drei, zwei Liter Nudelwasser verdunstet und Ihre Auflaufform bekommen Sie in diesem Leben nicht mehr sauber. Aber was ist schon eine Auflaufform, wenn Sie doch die Person “”haben”". Sie gehen also ins Bett, träumen von der Person, stehen auf, gehen zur Arbeit und kommen wieder nach Hause. Das erste was Sie tun ist nachsehen, ob sich die Person wohl mal wieder gemeldet hat; und Sie freuen sich über beide Ohren wenn ja oder sind ziemlich geknickt wenn nein. In beiden Fällen machen Sie das mit schöner Regelmäßigkeit und laufen Gefahr, Ihrem Gegenüber furchtbar auf den Zeiger zu gehen. Weil, wie Sie oben schon erfahen haben, labern bzw. schreiben Sie ja nur Blödsinn. Lassen können Sie’s trotzdem nicht. Sie vermissen die Person und die tollen Gespräche mit ihr. Wenn die Person mal nicht online ist, prüfen Sie alle 10 Minuten ob sich auf deren Profil vielleicht irgendwas getan hat und nur für den Fall, dass Sie Handynummern getauscht haben, mutieren Sie vielleicht zum Stalker – weil ein Handy hat man ja eigentlich immer dabei. Und dafür muss man nichtmal online sein – da kann man immer fragen “Hey wie geht’s” – weil die Frage “Wo bist Du, was machst Du, wie lange schon, bis wann und mit wem?” wäre unverschämt. Das würden Sie sich nicht trauen zu fragen, obwohl Sie (erschreckenderweise, vielleicht ohne das zu wollen) GENAU DAS brennend interessiert. Rufen Sie sich ins Gedächtnis: Sie haben die Person noch nie getroffen.

Eines Abends chatten Sie mal wieder. Sie haben eigentlich schon längst eingesehen, dass Sie hoffnungslos verliebt sind – und dass der Zeitpunkt, zu dem Sie noch irgendwas hätten reißen können, um sich zu beruhigen oder bei Ihrem Gegenüber nicht wie der letzte Depp dazustehen, lange verpasst ist. Jetzt funktioniert Ihr Telegehirn wieder. Aber das Bauchgefühl ist noch da. Und Ihr Bauch fühlt sich beschissen wenn das Mädel oder der Typ in den Sie sich so derb verknallt haben nicht da ist, und er fühlt sich wie der King wenn Ihnen die Ehre zuteil wird, dass sie oder er sich Ihnen widmet. Ihnen geht’s gerade mal wieder über-gut, Sie schreiben mit Ihrem [Leider-(noch)-nicht]-Schatzi und Sie denken sich: “Es muss raus”. Sie werden langsam bisschen verrückt, merken Sie das? Was ist, wenn Sie sie oder ihn damit total bedrängen? Alles kaputtmachen? Sie oder er nie wieder mit Ihnen redet, weil Sie ein Spinner sind? Egal — Sie müssen das einfach loswerden und mal schauen, was passiert. Sie sind davon überzeugt, dass es Ihnen bestimmt bessergeht, wenn sie oder er weiß, dass Sie sich verliebt haben. 4 Stunden nach dem ersten “Hallo”, in eine Person, die Sie noch nie getroffen haben (!!!!!) – geben Sie sich das mal, wie krank is’n das???
Okay. Sie schreiben also “I LOVE ROMEO” respektive “I LOVE JULIA” auf einen Zettel, schauen bisschen doof dabei – versuchen aber, genau das nicht zu tun – machen ein Foto und schicken es ab. Wenn Sie einen flinken Partner haben, dauert es weniger als eine Minute bis Sie die Antwort erhalten. Ich schwöre Ihnen: es wird Ihnen wie Stunden vorkommen. Wie Jahre, vielleicht sogar. Sie möchten gerne aufstehen und irgendwas tun, damit die Zeit vergeht. Putzen, Brotbacken oder sowas. Aber vergessen Sie’s – Sie können nämlich nicht aufstehen. Und je mehr Sie es versuchen, umso schwieriger wird’s.

Nehmen wir mal an; Sie werden aus dieser Bangenssituation herausgerissen; weil das Telefon klingelt. Im Display steht ihr bzw. sein Name…

Zur Fortsetzung

Geschrieben von redstarK

11. November 2009 um 6:03 pm

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