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Warum ich kein Fleisch mehr esse — oder: warum ich LX so bewundere.
Als ich mich auf dieser Blog-Plattform anmeldete, dachte ich nicht daran, meinen damaligen Freund irgendwann zu hassen. Ich dachte nicht an das, was ich gelernt, studiert, gelebt habe — erschreckenderweise, ohne es zu merken.
Ich habe, thematisch völlig separiert, die Wahrheit ausgeblendet. Teils ignoriert, teils das schlicht wie – vermutlich — bis auf wenige Ausnahmen — der Rest der Menschheit, die von sich behaupten will, ein Gewissen zu besitzen – nicht gewusst hat, so wie ich.
Dass sich hinter sterilen, BSE-, Schweine-, Vogel- oder sonstigen Grippefreien Zonen, Toren, Tüchern – nichts Anderes verbirgt als ein Schlachthof.
Okay, ich bin Halbamerikaner. Der Begriff “slaugtherhouse” ist mir deshalb geläufiger. “Schlachthaus” oder – Haus, in dem erwerbsmäßig unter wideren Umständen getötet wird, klingt weitaus schlimmer als Schlachthof. Schlachthaus hat mit Mord- und Totschlag – -abartig– zu tun.
Schlachhof mit Essen. Yummy.
“Schlachthof” ist etwas, das es fast überall gibt. Geborgen und Verlogen von dem Schatten der Belehrung; Erziehung – Steril, Keim-, BSE-, Schweine- und Vogelgrippefrei. Für den Menschen unbedenklich und somit doch was Feines – wie wärs jetzt mit ‘ner Wurst? Sonntag, Mittag, Lecker. Mutter, Oma, kochen, Liebe.
Ich habe auch so gedacht – und wissen Sie was? Ich schäme mich.
Ich habe gern das Angebot von Bäckereien, Metzgereien, Dönerbuden, BurgerKing oder McDonald’s konsumiert. Weil ich immer glaubte zu wissen, wie Sicher, Steril, Keim-, BSE-, Schweine- und Vogelgrippefrei es doch wäre. Und so gesund! Zink und so – Fleisch ist essentiell und das soll man essen.
Ich habe das ja schon oft in Dokus verfolgen dürfen. Gefliest, desinfiziert, bevölkert von studierten Fachkräften in weißen Schutzanzügen mit Schutzbrille. Zertifiziert von Behörden oder anderen angesehenen Obrigkeiten, die dafür bürgen, wie okay das Gottspielen doch sei.
Wie normal und in Ordnung es doch ist, hilflosen und wehrlosen Lebewesen die Pistole an den Kopf zu halten, abzudrücken; die Lebewesen durch die Scheiße zu ziehen, diese höchstenfalls mit kaltem Wasser abzuspritzen; mit dem mentalen Hintergrund, es zu bereinigen, zu rechtfertigen – es “okay” zu machen – damit es völlig alltäglich wird, sie zu quälen, zu morden – zu schlachten. Hey, es geht um Essen, okay??!
Klingt das krass? Vergessen Sie diesen Satz – weiter: sie aufzuhängen, an den Füßen; wohlgemerkt. Sie leiden zu lassen, bluten zu lassen. Jeder “Rosenkrieger” möchte den oder die gottverfluchte/n Ex aufhängen, damit es den Dreck rausschwämmt. Der oder die Ex mag die Drecksau sein, der oder die das verdient hat. Verständlich, wir sind ja nur Menschen.
Jedem oder Jeder Betrogenen ist diese Ansicht zugesprochenen. Natürlich; und nachvollziehbar.
***
Aber HASSEN Sie Ihr Essen? Haben Sie einen Bezug, so wie ich Ihnen den Bezug gerade suggeriert habe?
NEIN! Womöglich haben Sie sogar ein Haustier. Ein Familienmitglied. Vollwertig – und Jeder würde mir das unterschreiben. Also: auch wenn Sie das nicht tun würden; dann hätte ich immer noch den Rest der Welt im Bezug auf Haustierbesitzer hinter mir.
Dennoch, Sie fühlen sich bedroht. Irgendwie. Ich unterstelle Ihnen ja gerade etwas, von dem Sie nicht sagen können “trifft auf mich nicht zu”.
Zu Recht – hin oder her. Denn Sie alle, inklusive Rosenkrieger, Haustierbesitzer, Betrogener, Menschen und kleiner Kinder welche die geschenkte Scheibe Gelb- oder ganze Wienerwurst beim Einkaufengehen mit Mama annehmen und verspeisen – Sie und die sind alle Schuld.
Sie und die haben nicht gefragt “Warum?” – und “weil das so ist” gilt nicht.
Sie und die von Ihnen als unschudlig Betitelten sind verantwortlich, warum die Erde zugrunde geht — und warum gehen die Verbrecher, die es aktiv tun; und gehen Sie; die es passiv zulassen, nicht ins Gefängnis, wie Mörder es gefälligst zu tun haben? — es wird nichts unternommen. Sie unterstützen das. JA, SIE!
Sie lassen Wiener und Gelbwurst essen – Sie kaufen Haustiere für teuer Geld und wissen nicht, welcher Schaden mit eben Ihrem Geld verursacht wird.
Sie sind aufgeklärt und erzeugen die Nachfrage, weswegen all das passiert. Sie sehen die sauberen Fabriken, die keimfreien Zonen, sehen sich unbedarft im Gefühl wenn Sie Ihresgleichen essen.
Denn Sie fragen nicht, wo die Toten herkommen oder wie sie entstehen.
Sie sind arm. Ich kann Sie nur bedauern. Sie sind schäbig. Echt.
Leider muss ich mich zu Ihnen zählen; bis gestern. Aber ich darf sagen dass es einen Mann gab der LX hieß. Und dass er mir die Augen geöffnet hat — damit ich nicht mehr zur kommerziellen Schande beitragen muss, so wie es Sie tun.
Banane? Sie haben Nichts verstanden?
Gestern um dieselbe Zeit hätte ich mich zu Ihnen gesetzt und genickt. – Und Sie glauben garnicht, wie sehr mir heute zum Kotzen ist – bei genaudem Gedanken – mich zu Ihnen setzen und mitnicken.
Heute befinde ich, dass Sie Mörder sind und Sie Ihren Mund zu halten haben, ehe Sie wissen, was “Earthlings” sind. Sobald Sie das wissen, können Sie tun und lassen, was Sie möchten.
Denn dann ist es Ihr Gewissen, und ich werde nen Teufel tun und mir anmaßen, darüber zu urteilen.
Sie lasen das Wort zum Montag.
-K.
EARTHLINGS:
http://veg-tv.info/Earthlings
P.S.: Wenn Sie das gesehen haben, werden Sie wissen, warum ich den Mann so toll finde, den ich hinter LX verstecke. Er hat uns Allen etwas voraus – und sei es nur das “Warum?”.
Gut gegessen – Fein gemacht.
Hätte mir vor knapp einem Jahr jemand gesagt, dass es so schwer wäre, die perfekte Pizza zu kreieren – und dass man knapp ein halbes Jahr nichts Anderes essen / kochen / backen / ausprobieren müsse, um etwas “essbares” auf die Beine zu stellen, hätte ich diesen Jemanden vermutlich ausgelacht.
Nun, da ich selbst der Jemand bin, belächle ich es nicht mehr – sondern habe herausgefunden, dass Überzeugungsarbeit etwas äußerst anspruchsvolles ist. Sich selbst zu überzeugen, ist die erste Hürde. Die Anderen zu überzeugen, ist noch weitaus schwieriger.
Doch: wenn man sich erst einmal selbst überzeugt hat, ist die Überzeugung der Anderen flüssiger als Wasser. Sie fließt dann einfach.
Analog-Käse ≠ Käse. Aber deswegen schlecht?
Analog-Käse = Kein Käse. Das ist Fakt. Aber deswegen schlecht?
Jeder Konzern, der unter Umständen etwas “Suboptimales” tut, versteht sich gut darin, es (sei es auch nur für eine bestimmte Zielgruppe) schönzureden.
Für Vegetarier, Veganer oder Menschen mit Lactose-Überempflindlichkeit bietet sich kein “gefundeneres Fressen” an als Produkte mit Analog-Käse, die den tierischen Ursprung oder den Milchgehalt nicht aufweisen. Analogkäse ist somit eine ideale Alternative für genannte Zielgruppen. Das freut diese Minderheit (ein gutes Gefühl) und kümmert die Allgemeinheit wenig bis nicht. Sollte es zumindest — denn: wieviel Chemie fressen Sie tagtäglich, sei es wissend oder unwillentlich? Mehr als Sie glauben; viel zu viel. Da kommt’s auf das Bisschen auch nicht mehr an.
Die Argumentation: Die Allgemeinheit komsumiert Pflanzenöl, Eiweiß und Wasser nahezu mit jeder Mahlzeit. Genauer betrachtet, konsumiert die Allgemeinheit diese Inhaltsstoffe mit jedem Lebensmittel. Vom Cappucino (auch Kaffee enthält pflanzliche Öle) angefangen bis hin zum deftigen Schweinebraten: die Elemente Öl, Eiweiß und Wasser gibt es überall.
Die Allgemeinheit konsumiert im Fall des Analog-Käses dessen Inhaltsstoffe sowieso, sei es bewusst oder unbewusst. Weswegen regt sich die Allgemeinheit dann so auf?
Richtig! Weil es von den Medien als schlimm, schlecht oder gar betrügerisch suggeriert wird. Ließe man nur den Begriff “Käse” weg, wäre die (dann für die genannte Zielgruppe bessere) Welt wieder in Ordnung.
So ein Käse, kann ich da nur sagen.
Sie hörten das Wort zum Sonntag.
-K.